11.03.2024, Königstetten

Foto Monika Gutscher_StammtischDas Thema Neophyten stieß auf reges Interesse, obwohl oder gerade weil es ein sehr komplexes Thema ist. Ein Abend voll interessanter Fakten.

Was sind eigentlich Neophyten? Woher kommen sie? Sind sie nützlich oder schädlich?

Diese und viele weitere Fragen beantwortete Felix Hagen, Regionalberater von Natur im Garten in einem interessanten und kurzweiligen Vortrag.

Ursprünglich als exotische und optisch ansprechende Zierpflanzen in heimische Gärten und Parks geholt, haben sie den Weg ins Freiland gefunden und sind inzwischen Bestandteil der Pflanzenwelt in unserer Region geworden. Dennoch sollten die Bestände invasiver Arten eingegrenzt werden, da sie heimische Pflanzen und damit auch Tiere, die auf sie als Nahrungsquelle angewiesen sind, zu verdrängen. Manche der invasiven können jedoch von Insekten als Futterquelle genutzt werden.

Diese vier Neophytenarten wurden detailliert vorgestellt, da sie in unserer Region am meisten Verbreitung finden.

Bezeichnung positive Eigenschaften problematische Eigenschaften Besonderheiten Bild
  • Ragweed (Ambrosia artimisiifolia)

optisch ansprechend

Insektennahrung

stark allergenes Potenzial

starke Ausbreitung

Verbreitung über Samen
(häufig in Vogelfutter-mischungen)
Samen bis zu 40 Jahre keimfähig
Vor der Blüte mähen


Ragweed Theresa Steiner NIG
  • Japanknöterich (Fallopia japonica)

Bienenfutterpflanze

Pflanze kann aus Sprossteilen, aber auch aus oberirdischen Trieben nachtreiben, Wachstum ist schwer einzudämmen.
Verdrängung heimischer Pflanzen

Wachstum bis zu 30cm in 24 Stunden
Schwächung der Pflanze durch Beweidung oder häufiges Mähen und Konkurrenzpflanzung (z.B. Weidenstecklinge)


Staudenknöterich
  • drüsiges Springkraut (Impatiens glanulifera)

Zierpflanze

Verwendung als Heilpflanze

Bienefutterpflanze

Verbreitung über Samen
Werden durch Samenkapseln weit geschleudert.

Samenverbreitung und Samenreifung verhindern. Mahd vor Samenreifung

 Drüsiges Springkraut
  • Riesen Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Bienenpflanze

Wurde als Zierpflanze angesiedelt

 

Pflanzensaft kann zu schweren Hautreaktionen führen
Verdrängung heimischer Pflanzen durch große Blattmasse

Bestände beseitigen, bevor sie blühen (Nachkontrolle nötig, nicht alle Pflanzen blühen zum gleichen Zeitpunkt.)

 


Riesenbärenklau

Gelungenes Neophytenmanagement zielt nicht auf die „Bekämpfung“ der Neophyten ab, sondern auf die Regulierung des Bestands:

  • Keinesfalls dürfen Gartenabfälle in der freien Natur abgelagert und „wild kompostiert“ werden.
  • Mähen vor der Blüte
  • Rhizome fachgerecht entsorgen (Restmüll oder Verbrennungsanlagen)
  • Anbau von Konkurrenzpflanzen, wie z.B. schnellwüchsige Weidenstecklinge

... sind Maßnahmen mit großer Wirkung und überschaubarem Aufwand.

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